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16.10.2026
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Poker um Putins Milliarden: Trump will an Europas Russland-Tresor!

Poker um Putins Milliarden: Trump will an Europas Russland-Tresor!
Symbolbild: KI-generiert

Washington greift nach dem dicksten Faustpfand des Ukraine-Kriegs. Wie die Financial Times unter Berufung auf vier eingeweihte Personen berichtet, sollen Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner bei Gesprächen in Miami vorgeschlagen haben, einen Teil der eingefrorenen russischen Staatsgelder freizugeben. Das Geld solle in einen Fonds unter amerikanischer Kontrolle fließen. Die Europäer lehnten ab.

Ein Plan, der in Miami durchfiel

Am Tisch saßen neben den Amerikanern Vertreter der Ukraine, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, der EU-Kommission und der Nato. Ziel der US-Seite: die festgefahrenen Friedensgespräche wieder in Gang bringen. Die Antwort fiel laut dem Bericht unmissverständlich aus.

„They were told that this was just simply not going to happen.“

So zitiert die Zeitung einen Teilnehmer. Übersetzt: Daraus wird schlicht nichts. Ein US-Vertreter erklärte demnach, über die Verwendung der Gelder werde im Rahmen eines umfassenden Friedensabkommens gesprochen. Wie die Mittel freigegeben und ausgegeben werden könnten, sei noch offen.

Um diese Summen geht es

Seit Russlands Einmarsch im Februar 2022 haben westliche Staaten rund 260 Milliarden Euro an Devisenreserven der russischen Zentralbank blockiert. Medienberichten zufolge liegen etwa 210 Milliarden davon in der EU, ein Großteil beim Brüsseler Wertpapierverwahrer Euroclear.

  • Erträge aus diesen Geldern finanzieren bereits einen G7-Kredit von 45 Milliarden Euro an Kiew.
  • Die EU will das Kapital für den Wiederaufbau nutzen, falls Moskau keine Reparationen zahlt.
  • Für eine Freigabe müssten alle 27 EU-Staaten zustimmen.

Neu ist der amerikanische Appetit übrigens nicht. Schon der 28-Punkte-Entwurf für einen Friedensplan aus dem Jahr 2025 sah Berichten zufolge vor, 100 Milliarden Dollar russischen Vermögens in einen US-geführten Wiederaufbau zu stecken. Die Hälfte der Gewinne sollte an Washington gehen.

Merz zieht die rote Linie – und der Steuerzahler?

Bundeskanzler Friedrich Merz stellte Medienberichten zufolge klar, die eingefrorenen Gelder müssten in Europa bleiben. Zugleich soll er darauf hingewiesen haben, die EU werde ihre Ukraine-Hilfen erhöhen müssen, um Finanzierungslücken zu schließen. Da horcht der deutsche Bürger auf.

Denn bereits jetzt läuft ein separater EU-Kredit über 90 Milliarden Euro für 2026 und 2027 – finanziert über gemeinsame europäische Schulden, abgesichert durch den EU-Haushalt. Zurückzahlen soll Kiew erst, wenn russische Reparationen fließen. Wer am Ende haftet, falls das nie geschieht? Der größte Nettozahler der Union kann sich die Antwort denken.

Kritiker sehen in diesem Streit ein Muster: Europa zahlt, Washington verhandelt. Brüssel klammert sich an die Milliarden als letzten Hebel, während die eigentlichen Weichen offenbar zwischen Miami, Moskau und dem Weißen Haus gestellt werden.

Die stille Lehre für Sparer

Eine Erkenntnis überdauert jeden Verhandlungspoker: Währungsreserven auf fremden Konten sind nur so sicher wie das politische Wohlwollen des Verwahrers. Beobachter sehen genau darin einen Grund, warum Notenbanken weltweit seit Jahren verstärkt auf physisches Gold setzen – ein Vermögenswert, der kein Zahlungsversprechen eines Dritten ist.

Was für Staaten gilt, gilt im Kleinen auch für Bürger. Wer erlebt, wie Billionen-Systeme über Nacht zu politischen Spielfiguren werden, dürfte physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen mit neuen Augen sehen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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